Plötzlich pflegebedürftig: Ein emotionaler Appell einer jungen Krankenpflegerin

Das Thema Pflege gehört zu dem Lebensbereich, mit dem sich niemand gern beschäftigt. Vor allem für junge Menschen liegt die Auseinandersetzung damit häufig in weiter Ferne – und das, obwohl statistisch gesehen mehr als 300.000 von ihnen in Deutschland noch vor dem 60. Lebensjahr pflegebedürftig werden.[1] Dass Pflegebedürftigkeit keine Frage des Alters ist und die Auseinandersetzung damit auch – und insbesondere – für junge Menschen sinnvoll sein kann, weiß Anne Gebert, 27 Jahre jung und berufstätig als Krankenpflegerin.

In Berlin geboren, arbeitet sie seit zehn Jahren in verschiedenen Pflegebereichen, unter anderem in der neurologischen Frührehabilitation und der Psychiatrie. Intuitiv hat sie entschieden, einen neuen Lebensabschnitt anzutreten: Sie steht kurz davor, Berlin zu verlassen und in die Schweiz zu ziehen. Dort wird sie sich neuen persönlichen und beruflichen Herausforderungen im Pflegebereich widmen.

Wir haben Anne gefragt, wie sie ihre Rolle als Pflegerin wahrnimmt, welche Erfahrungen sie mit plötzlicher Pflegebedürftigkeit in jungem Alter gemacht hat und wie ihr Beruf den Blick auf ihre eigene, persönliche Einstellung zum Leben verändert hat.

Anne Gebert, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Anne Gebert, Gesundheits- und Krankenpflegerin, im Interview zum Tag der Pflege

Envivas: Warum hast du dich dafür entschieden, Pflegerin zu werden, und wie beeinflusst dein Beruf deine eigene Einstellung zu einer plötzlichen Pflegebedürftigkeit? 

Anne Gebert: Ich glaube, dass viele Menschen das Bedürfnis haben, in helfenden bzw. dienenden Berufen zu arbeiten: Der Busfahrer bringt uns von A nach B. Der Autor hilft unserer Vorstellungskraft auf die Sprünge. Ohne Steuerberater sähen viele von uns alt aus. Musiker ermöglichen uns den Zugang zu einer bunten Palette an Emotionen und der Beruf des Erziehers macht all das erst möglich. Nichts davon ist besser oder schlechter als das andere. Solange etwas in uns mitschwingt, ist es unantastbar. Ich für meinen Teil bin eine Gesundheits- und Krankenpflegerin. Für viele Menschen ist ein Krankenhausaufenthalt etwas Außergewöhnliches, was sie aus der Bahn werfen kann. Ich hole den Patienten meist dort ab, wo das Kapitel Krankenhaus für ihn beginnt, und begleite ihn dann durch seinen Aufenthalt. Die zwischenmenschlichen Erfahrungen und die Dankbarkeit eines Menschen, der im besten Fall genesen die Klinik wieder verlässt, sind unbeschreiblich wertvoll. Es ist die Einstellung zum Leben, die durch meinen Beruf geprägt ist und dieses lebenswert macht.

Envivas: Was ist für dich die größte Herausforderung in deinem Job? Und was gefällt dir am besten daran?

Anne Gebert: Momentan ist die größte Herausforderung, und da spreche ich sicherlich auch im Namen meiner Berufskollegen, der häufig kaum bis gar nicht zu bewältigende Spagat zwischen Theorie und Praxis durch die uns zur Verfügung gestellten Rahmenbedingungen. Es fehlen zu viele Hände an allen Enden. Wir sind also in den Institutionen schlichtweg unterbesetzt, was keine Neuigkeit ist. Davon abgesehen, gefällt mir die gemeinsame Arbeit im Tridem [Anmerkung der Redaktion: Ein Tridem ist wie ein Tandem für drei Personen] mit den Patienten und ihren Angehörigen. In dieser Funktion verstehe ich meine Rolle und meinen Beruf als Brückenbauer, Übersetzer und Zuhörer.

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„Viele Menschen leben, als hätten sie ein zweites Leben in der Tasche.“

Envivas: Welches besondere Erlebnis aus deinem Arbeitsalltag wirst du niemals vergessen?

Anne Gebert: Emotional unvergessen bleibt für mich der Moment der ersten Sterbebegleitung. Ich war 17 Jahre alt und befand mich gerade in meinem vierwöchigen Vorpraktikum, was eine der Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung war. Mein Praktikum fand im Wachkoma-Bereich in einem Pflegeheim statt. Als ich erfuhr, dass einer der Bewohner im Sterben liegt, setzte ich mich zu ihm ans Bett. Alles, was ich dann tat, tat ich intuitiv, denn die Ausbildung lag ja noch vor mir. Ich hielt dem Mann, der Mitte fünfzig war, die Hand und summte ein Lied – so lange, bis er aufhörte zu atmen. Ich war selten so klar im Hier und Jetzt. Dieser und manch anderer Schlüsselmoment in meinem Berufsleben ließen mich erkennen, dass wir endlich sind. Eigentlich nichts Neues, aber zugegebenermaßen etwas, was wir verdrängen. Viele Menschen leben, als hätten sie ein zweites Leben in der Hosentasche. Die Erinnerung an die Endlichkeit ist beängstigend, aber sie kann auch befreien. So erhielt ich Zugang zu einer intensiven Form der Dankbarkeit und Wertschätzung meines eigenen Lebens. Natürlich war ich nach diesem Erlebnis extrem aufgewühlt, was auch die Kollegen bemerkten. Aber letztlich habe ich nicht nur dem Mann geholfen. Er tat Gleiches mit mir, wenn auch unbewusst. Bis heute sind es vor allem die Patienten selbst, von denen ich lerne.

Berufsroutine: Anne Gebert bei der Handdesinfektion.

Berufsroutine: Anne Gebert bei der Handdesinfektion.

Envivas: Stichwort Pflegenotstand: Inwiefern betrifft dich das politisch stark diskutierte Thema in deinem Berufsalltag?

Anne Gebert: Es wird zu Recht stark diskutiert. Am Anfang der Berufswahl steht immer das „Warum“, das die Motivation und die Absicht dieser Entscheidung definiert. Ich kenne mein „Warum“ sehr genau. Doch ich erwische mich dabei, wie ich mich in Zeiten des Pflegenotstands manchmal daran erinnern muss, damit es nicht verschwimmt. Unzählige Male habe ich mich bei den mir anvertrauten Patienten für die wenige Zeit, die mir für ihre Betreuung zur Verfügung steht, entschuldigt. Dabei entschuldige ich mich eigentlich im Namen der Prioritäten-Verteiler, im Namen aller politischen Entscheider. Sie gehören zu denen, von denen ich meinte, sie hätten ein zweites Leben in der Hosentasche – zumindest in ihrem Glauben. Denn wer soll im Stande sein, komatöse Patienten, überwacht durch Geräte und umgeben von Keimen, in acht Arbeitsstunden adäquat zu versorgen? Wie oft hört man Menschen sagen, dass sie Angst davor haben, von ihrem Krankenhausaufenthalt noch kränker zu werden, und welche Botschaft vermittelt dieser Satz? Meine Kollegen und ich sind oft gezwungen, unter unserem persönlichen Anspruch an diesen Beruf zu arbeiten. Und das ist der Punkt, der das „Warum“ verschwimmen lässt, und es sind Umstände, die frustrierend sind.

Keine Entscheidung der Welt bleibt ohne Folgen. So sind die Konsequenzen der Entscheidung, am Pflegepersonal zu sparen, auch weitreichend: Es geht um den Verlust der Attraktivität des Pflegeberufs, was zu einem Mangel an Auszubildenden führt. Es geht um den Verlust des gesellschaftlichen Vertrauens in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Es geht um vermehrten Personalausfall durch den Krankenstand der Mitarbeiter als Folge des permanenten Drucks im Berufsalltag. Nicht zu vergessen: die vielen Berufsaussteiger. Wenn ich gefragt werde, was ich beruflich mache, ist eine typische Reaktion auf meine Antwort: „Das könnte ich nicht.“ Ironischerweise antworte ich darauf manchmal: „Ich auch nicht.“ Das Traurige daran: Der Pflegeberuf ist wunderschön und von undefinierbarem Wert für Patienten und die eigene Persönlichkeit. Manchmal frage ich mich: Was hätte wohl mein 17-jähriges Ich damals dazu gesagt?

Envivas: Mehr als 300.000 Menschen in der Altersgruppe zwischen 15 und 60 Jahren sind in Deutschland pflegebedürftig (Stand 2015). Wie sind deine Erfahrungen mit Menschen, die im jungen Alter pflegebedürftig werden, und ihren Angehörigen? Sind die Menschen auf solche Situationen eingestellt? Welche Unterschiede ergeben sich für dich bei der Pflege?

Anne Gebert: Fünf Jahre lang habe ich Menschen mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen, überwiegend verursacht durch eine plötzliche Hirnblutung, gepflegt. Viele lagen im sogenannten Wachkoma. Die Defizite waren je nach Ausprägung und Art von Patient zu Patient unterschiedlich. Manche konnten nur noch einzelne Körperteile bewegen oder spüren, andere konnten sich gar nicht eigenständig bewegen. Die meisten von ihnen wurden künstlich ernährt und mittels Luftröhrenschnitt auch künstlich beatmet. Der Großteil der Patienten war jünger als 60 Jahre, viele sogar unter 40 Jahre alt. Sie alle standen zuvor umgangssprachlich mitten im Leben. Auch wenn glücklicherweise nicht alle von ihnen im Anschluss an die Krankenhausbehandlung langfristig pflegebedürftig sind, so ist es doch ein beachtlicher Teil. Ich kenne keinen Patienten oder Angehörigen, der auf diese Situation eingestellt war – abgesehen von den finanziellen Vorsorge-Möglichkeiten, für die sich einige, aber nicht viele, entschieden haben. Die Ausnahme bilden hier teilweise Patienten mit chronischen Erkrankungen, deren Verläufe eine Pflegebedürftigkeit auch im jungen Alter absehbar machen – wobei ich davon ausgehe, dass auch von ihnen niemand emotional auf die eigene Pflegebedürftigkeit oder die eines nahestehenden Angehörigen vorbereitet war. Denn der emotionale Umgang damit lässt sich nicht durchplanen, wenngleich die mentale Auseinandersetzung mit dem Thema natürlich sinnvoll ist. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was es eigentlich heißt, mitten im Leben zu stehen. Tut man das denn nicht mehr, wenn man plötzlich pflegebedürftig wird? Wo soll man denn dann stehen? Am Rand des Lebens? Ich glaube, dass wir von dem Tag unserer Geburt bis zum letzten Atemzug mitten im Leben stehen, einfach, weil wir lebendig sind und es auch bleiben wollen – auch wenn sich unvorhersehbare, tragische Umstände ereignen, die eine neue Ausrichtung und eine neue Einstellung erfordern.

Plötzlich pflegebedürftige junge Menschen stehen vor der Herausforderung, sich emotional und meist auch beruflich neu organisieren zu müssen. Je nach Pflegebedarf müssen sie ihre bisherige Alltagsbewältigung in Frage stellen. Dabei benötigen sie Hilfe von Instanzen wie bspw. Sozialarbeitern, ihrer Krankenkasse, Reha-Einrichtungen, Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und Psychologen. Die Pflege selbst spielt dabei eher eine aktivierende und zukunftsorientierte Rolle. Bei uns geht es darum, vorhandene Ressourcen zu fördern und zu stärken, um den Pflegebedarf für den Menschen nach seiner Entlassung aus der Akuteinrichtung so gering wie möglich zu halten.

Anne Gebert stellt für einen Patienten die verordneten Medikamente zusammen und dokumentiert sie.

Anne Gebert stellt für einen Patienten die verordneten Medikamente zusammen und dokumentiert sie.

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„Eine große Sorge vieler Angehöriger ist auch die finanzielle Perspektive, denn eine plötzliche Pflegebedürftigkeit birgt auch hier ein großes Risiko.“

Envivas: Vor welchen Herausforderungen stehen Angehörige, wenn eine Person trotz jungen Alters plötzlich pflegebedürftig wird?

Anne Gebert: Pflegebedürftigkeit im jungen Alter stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Hilfe- und Pflegebedarf ist natürlich individuell, aber alle Betroffenen benötigen Beratung, Anleitung und Geduld. Als eine der wichtigsten Aufgaben in meinem Beruf betrachte ich es, immer ein offenes Ohr für meine Patienten und ihre Angehörigen zu haben – was manchmal auch eine Herausforderung sein kann. Denn selbst nach vielen Jahren erschüttern auch mich die persönlichen Schicksale noch immer. Wenn mir ein Angehöriger Einblick in seine innere Welt gibt, die Umstände betrauert und mir von seinem veränderten Alltag berichtet, von Zeiten vor dem Unfall oder dem Ereignis, sage ich meist erst einmal gar nichts. Ich schenke ihm mein Ohr, höre ihm einfach nur interessiert zu, anstatt direkt mit einem Kommentar, der ein Gefühl oder eine Wertung meinerseits vermittelt, darauf zu reagieren. Ich erfahre meist ehrliche Dankbarkeit für das Gespräch, in dem ich nie sprach.

Angehörige müssen ziemlich schnell eine Rolle erfüllen, die ihnen zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich noch völlig fremd ist. Sie arbeiten auf mehreren Baustellen zeitgleich: Sie kämpfen mit der Bewältigung der eigenen beruflichen Verpflichtungen, ggf. mit der Kinderbetreuung zu Hause, Behördengängen und Anträgen für Hilfsmittel oder Pflegegrade. Ungefragt stellt die Situation so nicht nur das Leben des Patienten selbst, sondern auch das des Angehörigen auf den Kopf. Jetzt heißt es planen, organisieren, managen – obwohl das eigentlich die wichtigste Phase der Verarbeitung ist, in der das Nervenkostüm verständlicherweise schwer zugänglich für Formalitäten ist. Eine große Sorge vieler Angehöriger ist auch die finanzielle Perspektive, denn eine plötzliche Pflegebedürftigkeit birgt auch hier ein großes Risiko. Die wenigsten stellen sich darauf ein, solange sie jung sind. Aber wer im Vorfeld eine entsprechende Pflegezusatzversicherung abschließt, kann sich im Fall der Fälle zumindest vor der finanziellen Sorge schützen – eine extreme Erleichterung, wenn es darum geht, sich auf die emotionalen Herausforderungen zu konzentrieren.

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„Wir wollen das Leben genießen – und zwar bis wir alt und grau sind. […] Was ich trotzdem wärmstens empfehle, ist das kurze Innehalten, um sich das Thema Pflegebedürftigkeit schon im jungen Alter bewusst zu machen.“

Envivas: Welche Tipps würdest du jungen Menschen im Umgang mit dem Thema und in Vorbereitung auf eine eventuelle Pflegebedürftigkeit geben?

Anne Gebert: Es klingt wie eine Floskel und ich habe es auch schon gesagt, aber: Oft leben wir, als hätten wir vom Leben noch ein zweites parat. Wir halten uns zurück, gehen Verpflichtungen nach und nutzen diese als Ausrede dafür, dass wir Träume nicht verwirklichen. Wenn jemand seinen Träumen nachgeht, ist er ein „Glückspilz“ und wenn wir glauben, keine Träume zu haben, gehen wir meist auch nicht auf die Suche nach ihnen. So verschlingt uns der Alltag, in dem uns das Leben selbstverständlich vorkommt. Ich habe inzwischen verstanden, dass jeder Tag kostbar ist, an dem wir tun können, worauf wir Lust haben. Und jeder Tag, an dem wir unseren Liebsten dabei zusehen können, wie sie das tun, ist es auch. Wir können von heute auf morgen aus genau diesem Leben, das uns so selbstverständlich erscheint, herausgerissen werden und plötzlich vor fundamentalen Veränderungen stehen. Der beste Beweis dafür, dass das keine Floskel ist, sind Sätze, die mit „Hätte ich doch …“ oder „Warum habe ich nicht …“ beginnen und die ich in meinem Pflegeberuf nicht nur einmal von meinen Patienten gehört habe. Sie alle erkennen auf einen Schlag, was zählt im Leben und wie leicht es ist, Prioritäten zu setzen. Und viele bereuen kaum etwas von dem, was sie getan haben, sondern nur die Dinge, die sie nicht getan haben. Es ist, als hätte die Krankheit oder der Unfall ihnen den Schleier entrissen. Die Betroffenen sind Menschen wie wir, die diese Situation nicht hätten kommen sehen können. Natürlich empfinden wir Mitgefühl und Betroffenheit, wenn wir von solchen Geschichten hören. Aber nur selten bringen wir sie mit uns in Verbindung. Und das hat auch seine Berechtigung: Denn hätten wir eine plötzliche Pflegebedürftigkeit ständig vor Augen, würden wir in Angst und Sorge leben. Und genau das ist, was niemand will. Wir wollen das Leben genießen – und zwar bis wir alt und grau sind. Umso schwerer fällt die Auseinandersetzung mit dem Thema. Was ich trotzdem wärmstens empfehle, ist das kurze Innehalten, um sich das Thema Pflegebedürftigkeit schon im jungen Alter bewusst zu machen. Es schadet nicht, sich dieses einmal bewusst zu machen – allein schon, um das Leben als Geschenk anzunehmen und zu verstehen, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist. Nur wer dankbar durch den Alltag geht, kann das Leben auch genießen. Und nur wer sich traut, Träume zu erfüllen, kann verstehen: Wir sind nie wirklich sicher und nie wirklich in Gefahr. Aber lebend kommen wir alle nicht heraus.

Anne Gebert ist besonders wichtig, viel Zeit für ihre Patienten zu haben.

Anne Gebert ist besonders wichtig, viel Zeit für ihre Patienten zu haben. Dokumentationen und Papierkram gehören aber auch zu ihrem Beruf.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Wird ein nahestehender Angehöriger plötzlich pflegebedürftig, ändert sich nicht nur sein eigenes, sondern auch das Leben der anderen häufig komplett. Was sie jetzt brauchen, ist neben emotionaler Unterstützung durch Freunde und Familie auch eine professionelle und umfangreiche Beratung. Holen Sie sich Hilfe, damit Sie sich dort nicht allein gelassen fühlen und sich auf die mentale Verarbeitung des Ereignisses konzentrieren können.

Holen Sie sich Hilfe bei Beratungsstellen und in Selbsthilfegruppen:

  • Eine bundesweite Datenbank mit Pflegestützpunkten in Ihrer Nähe finden Sie bei der Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“.[2]
  • Seit 2016 steht Ihnen als pflegendem Angehörigen eine individuelle Pflegeberatung und Begleitung durch Ihre Pflegekasse zu.
  • Bei akuten Problemen – egal ob emotionaler oder organisatorischer Art – können Sie montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 9 Uhr und 18 Uhr das Pflegetelefon unter der Rufnummer 030 – 20179131 in Anspruch nehmen.[3]
  • Bei allen rechtlichen Fragen rund um die Rahmenbedingungen Ihrer Pflegeversicherung steht Ihnen auch das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit unter der Rufnummer 030 – 340606602 von Montag bis Freitag zur Verfügung.[4]
  • Nutzen Sie die Möglichkeit des Austauschs mit anderen Angehörigen in Selbsthilfegruppen oder Gesprächskreisen. Auf der Website der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) finden Sie zum Beispiel eine solche Gruppe in Ihrer Nähe.[5]

Auch spezielle Pflegekurse bieten umfangreiche Beratung an:
In Zusammenarbeit mit Pflegediensten stellen Pflegekassen Angehörigen kostenlose Pflegeschulungen zur Verfügung. Sie sind sogar zur unentgeltlichen Unterstützung von Angehörigen und ehrenamtlichen Pflegern und Pflegerinnen verpflichtet.[6]

In unseren Artikeln zu den Themen „häusliche Pflege durch Angehörige“ und „stationäre Pflege“ erfahren Sie mehr über die Themen Verhinderungspflege, Familienpflegezeit, Kurzzeitpflege und finanzielle Entlastungen.

➔ Diese Internetportale bieten Ihnen weitere hilfreiche Informationen:

Private Pflegezusatzversicherung für die finanzielle Absicherung im Pflegefall

Unsere Gesundheit ist das Wichtigste in unserem Leben, aber selbstverständlich ist sie leider nicht. Von heute auf morgen kann sich ein Unfall ereignen, der unser Leben und das unserer Angehörigen schlagartig verändert. Diese Situation stellt alle Beteiligten körperlich sowie emotional vor eine große Belastung, aber auch vor hohe Kosten. Um zumindest diesen Umstand bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit nicht auch noch bekämpfen zu müssen, kann es Sinn machen, sich rechtzeitig aktiv Gedanken über die finanzielle Vorsorge zu machen. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nämlich nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Kosten im Pflegefall ab, weshalb ohne eine Absicherung eine Versorgungslücke entsteht, für die Sie dann selbst aufkommen müssen – beispielsweise mit Hilfe privater Ersparnisse oder dank der Unterstützung durch Angehörige. Doch nur in den seltensten Fällen kann die Familie die zeitlichen und finanziellen Aufwände stemmen, die eine plötzliche Pflegebedürftigkeit erfordert.

Die Envivas bietet Ihnen mit den Tarifen PflegeAktiv und PflegePlus beispielsweise die Möglichkeit, die im Pflegefall entstehende Versorgungslücke zu schließen und von Leistungen wie staatlicher Förderung, Pflegetagegeld und praktischer Soforthilfe zu profitieren.

Quellennachweise

  1. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Pflege/PflegeDeutschlandergebnisse5224001159004.pdf?__blob=publicationFile
  2. https://bdb.zqp.de/#/home
  3. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/alles-fuer-pflegende-angehoerige/hilfe-fuer-pflegende-angehoerige-13922
  4. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/buergertelefon/?L=0
  5. https://www.nakos.de/
  6. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/alles-fuer-pflegende-angehoerige/hilfe-fuer-pflegende-angehoerige-13922