Für einen beschwerdefreien Brillenalltag: Die Brille optimal einstellen

Ihre Brille drückt hinter den Ohren, rutscht andauernd von der Nase oder sitzt schief? Spätestens jetzt ist es an der Zeit, Ihre Sehhilfe neu einzustellen. Dafür ist jedoch nicht unbedingt ein Besuch beim Optiker fällig – mit einem bisschen Geschick und passendem Werkzeug können Sie kleinere Anpassungen auch selbst vornehmen.

Wir erklären Ihnen schrittweise, wie Sie Ihre Brille ganz einfach selbst richtig einstellen. Besonders in dringenden Fällen, an Sonn- und Feiertagen oder unterwegs macht sich dieses Wissen bezahlt. Erfahren Sie hier auch, wann der Besuch beim Optiker unvermeidbar ist und wie dieser Ihnen mit kleinsten Schräubchen und neuen Nasenplättchen weiterhelfen kann.

Sitzt meine Brille richtig?

Keine Sorge, es ist ganz normal, dass eine Brille im Laufe der Zeit etwas unbequem wird und schlechter sitzt. Durch das tägliche Tragen kann sich zum Beispiel die Brillenweite recht schnell ändern – und dann rutscht die Brille selbst bei kleinsten Bewegungen. Die Auswirkungen einer schlecht sitzenden Brille sind nicht zu unterschätzen. Das ständige Hochschieben der Brille ist nervig, von Schmerzen an den Ohren und den Schläfen ganz zu Schweigen. Auch ihre eigentliche Hauptaufgabe, nämlich für eine optimale Sehqualität zu sorgen, kann eine schlecht angepasste Brille oft nicht erfüllen. Da hilft es auch wenig, dass die Korrekturstärke der Gläser optimal auf Sie abgestimmt ist.

Um den Sitz Ihrer Brille zu überprüfen, benötigen Sie zunächst nicht einmal einen Spiegel. Die folgenden Anhaltspunkte können Sie während des täglichen Tragens Ihrer Brille überprüfen:

  • Ihre Brille übt keinen Druck auf Ihre Schläfen aus.
  • Sie fühlen lediglich einen leichten Zug der Brillenbügel hinter Ihren Ohren und sie liegen an der Ohrmuschel an.
  • Sie spüren kein deutliches oder unangenehmes Gewicht auf der Nase.
  • Die Brille sitzt waagerecht auf Ihrer Nase und hängt nicht einseitig herunter.
  • Ihre Brille rutscht nicht, wenn Sie den Kopf nach unten neigen.

Ist der Zug hinter den Ohren zum Beispiel zu stark, sind die Brillenbügel meist zu kurz. Das bedeutet, die Bügel wandern mit der Zeit hinter den Ohren nach oben und die Brille rutscht auf der Nase. Ob Ihre Brille richtig sitzt, können Sie zuletzt mit einem Blick in den Spiegel überprüfen: Liegt die Glasmitte Ihrer Brillengläser korrekt über Ihren Pupillen? Falls nicht, ist es Zeit für eine Korrektur.

Worauf Sie beim Brillenkauf achten sollten

Tipp: Achten Sie direkt beim Kauf darauf, dass die Brille gut sitzt. Vor allem bei Kunststofffassungen lassen sich Änderungen im Nasenbereich nur schwer umsetzen. Metallfassungen verfügen dagegen meist über austauschbare Nasenpads, über deren Position und Form sich die Brille gut ausrichten lässt. Grundsätzlich gilt: Die Fassung sollte mit dem oberen Rand unterhalb der Augenbrauen sowie über der Augenfalte enden. So schränkt sie das Gesichtsfeld nicht ein. Für ausgewogene Proportionen ist gesorgt, wenn die Brillenfassung nicht erheblich breiter als Ihr Gesicht ist und Sie möglichst mittig durch die Gläser hindurchsehen können. Natürlich besteht bei diesen Faustformeln ein gewisser Spielraum, der von der Form der Brille, der benötigten Sehkorrektur und dem Einsatz der Brille abhängt. Bei Sportlern sind die Anforderungen noch etwas höher. Schließlich sollte die Brille trotz schneller Bewegungen und Schweiß nicht verrutschen oder gar verloren gehen. Sie können Ihre Brille zum Beispiel mit speziellen Bügelüberzügen aus Silikon nachrüsten, was gut gegen das Verrutschen der Brille hilft.

So stellen Sie Ihre Brille richtig ein: Schritt für Schritt zum perfekten Sitz

Bevor Sie beginnen, sollten Sie sich das richtige Werkzeug bereitlegen. Eine Spitzzange und ein kleiner Schraubendreher sind besonders hilfreich. Damit das Brillengestell nicht verkratzt oder beschädigt wird, verwenden Sie besser eine Zange mit gepolsterten Spitzen. Alternativ können Sie Ihre Brille an den entsprechenden Stellen mit Klebeband vor Kratzern und Druckstellen schützen. Für den Einstellvorgang selbst benötigen Sie außerdem eine ebene Arbeitsfläche.

Da eine Brille an verschiedenen Stellen drücken oder falsch sitzen kann, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Brille anzupassen.

Was tun, wenn …

… die Brillenweite nicht stimmt?

Wenn Ihre Brille locker sitzt und oft nach vorne rutscht, liegt das Problem in der Brillenweite. Abhilfe können Sie hier am besten schaffen, indem Sie die Schrauben in den Bügelgelenken anziehen. Was Sie vermeiden sollten: Eine Änderung an der Biegung des Nasenstegs, denn die Achse, auf der die Gläser liegen, sollte nicht verändert werden.

Die Bügel Ihrer Brille können Sie außerdem durch vorsichtiges Biegen mit der Spitzzange an die Breite Ihres Gesichts anpassen. Gehen Sie dabei langsam vor und kontrollieren Sie häufig das Ergebnis, damit das Gestell nicht zerbricht.

… die Brille hinter dem Ohr drückt?

Falls die Bügelenden hinter dem Ohr drücken oder abstehen, hilft dieselbe Vorgehensweise wie bei der Korrektur der Brillenweite. Kunststoffbügel sollten Sie zunächst mit einem Föhn oder im Wasserbad erwärmen, damit diese mit der Zange gebogen und verstellt werden können. Gehen Sie auch hierbei besonders vorsichtig vor und arbeiten Sie nicht mit zu hohen Temperaturen. Sitzen die Bügel zu fest oder zu locker, können Sie die Rundung entsprechend auf- oder zubiegen.

… die Brille zu hoch oder zu tief sitzt?

Sitzt Ihre Brille zu hoch oder zu tief auf der Nase, können Anpassungen am Nasensteg und den Nasenplättchen (auch Nasenpads genannt) helfen. Wenn Sie die Nasenplättchen enger stellen, verschiebt sich die Brille nach oben. Stellen Sie sie dagegen weiter, rutscht Ihre Sehhilfe nach unten. Stellen Sie die Nasenplättchen am besten individuell für jede Seite ein, so können Sie auch darauf achten, ob sie richtig auf dem Nasenrücken aufliegen und nicht drücken.

… die Brille schief sitzt?

Achten Sie auf die Symmetrie zwischen den beiden Nasenplättchen, um einen geraden Sitz der Brille zu ermöglichen. Außerdem hilft dieser einfache Test: Berühren beide Bügel gleichmäßig die Oberfläche, wenn Sie Ihre Brille mit den Bügeln nach unten ablegen? Steht ein Bügel nach oben ab, können Sie diesen mit der Spitzzange vorsichtig in die richtige Position biegen.

In diesen Fällen kann ein Optiker helfen

Eine Brille kann recht empfindlich sein und erfordert häufig Fingerspitzengefühl. Wenn Sie sich unsicher sind, an welchen Stellen Sie biegen dürfen oder Ihnen das passende Werkzeug fehlt, empfiehlt sich der Gang zum Optiker. Dieser verfügt nicht nur über die richtigen Gerätschaften, sondern auch über das nötige Material und kann kleine Schrauben austauschen oder neue Nasenplättchen einsetzen. Gerade Letzteres erfordert oftmals eine Beratung, da es Nasenplättchen in verschiedenen Größen und Weichheitsgraden gibt. Auch die Befestigung an der Brille unterscheidet sich von Gestell zu Gestell. Ihr Optiker kennt sich mit den verschiedenen Möglichkeiten wie Schraub- und Steckfassung aus.

Info

Übrigens: Bereits beim Kauf nimmt ein Optiker eine optische sowie anatomische Anpassung der Brille vor, um Druckstellen und eine verminderte Sehqualität zu vermeiden. Bei der optischen Anpassung geht es in erster Linie um die korrekte Ausrichtung der Gläser für Ihre Augen – idealerweise sollten Sie bei Ihrer Brille genau durch den Punkt im Glas schauen, an dem die Korrekturstärke Ihre Fehlsichtigkeit ausgleicht. Die anatomische Brillenanpassung sorgt dagegen für einen optimalen Sitz. Hier kann der Optiker auch nachhelfen, wenn eine Brille mit der Zeit unbequem wird.