Kurz vor der Geburt: Was gehört in die Kliniktasche?

Schwangere Frau packt ihre Kliniktasche zur Geburt.

von Jasmin Krsteski

Mit der Geburt steht ein großes Abenteuer bevor. Weil die Vorfreude auf das neue Familienmitglied in den letzten Schwangerschaftswochen aufregend genug ist, sollte bis zur 36. Schwangerschaftswoche die Kliniktasche gepackt bereitstehen. So entsteht keine unnötige Hektik, wenn die Wehen einsetzen. Wir helfen Ihnen dabei, an alles Wichtige zu denken. In einer Checkliste haben wir alle Tipps noch einmal übersichtlich für Sie zusammengestellt.

Tipps zum Packen

Sinnvoll ist es, zwei Taschen zu packen: Eine kleine mit den Dingen, die während der Geburt wichtig sind. Und eine große mit allem, was für den weiteren Krankenhausaufenthalt benötigt wird. Für Dinge, die erst in letzter Minute eingepackt werden können, sollte eine Liste neben der Krankenhaustasche bereitliegen, damit sie in der Aufregung nicht vergessen werden.

Schwangere Frau macht eine Liste fuer die Kliniktasche.

Die richtigen Dokumente

Mutterpass, Einweisung des Frauenarztes, Personalausweis und Versichertenkarte sollten auf jeden Fall mit ins Krankenhaus genommen werden. Sind die Eltern verheiratet, wird die Heiratsurkunde für die standesamtliche Meldung benötigt. Ansonsten die Geburtsurkunden von Mutter und Vater des Kindes. In den meisten Kliniken gehört es zum Service, dass die entsprechenden Unterlagen und Daten an das Standesamt weitergeleitet werden.

Wichtige Telefonnummern

Wichtige Telefonnummern sollten Sie sich vorher notieren und bereitlegen. Dazu gehören etwa die Nummer der Taxizentrale und die der Hebamme. Sind bereits Kinder vorhanden, benötigen die Eltern außerdem jemanden, der diese in der Zeit betreut. Das sollte rechtzeitig vorher organisiert und abgesprochen werden. Auch die Nummer der Betreuungsperson gehört auf den Zettel. 

Was braucht die werdende Mutter?

Wichtig ist vor allem bequeme Kleidung: Ein Bademantel, Nachthemden und Hausschuhe, außerdem weite Hosen mit Gummibund für das Wochenbett sowie ausreichend weite Unterwäsche ohne engen Bund und ein bis zwei Still-BHs, rund zwei Nummern größer als gewöhnlich. Wichtig ist, dass die BHs nicht einengen. „Für die Zwischenzeit kann man sich auch mit umgebauten Einmal-Netzhöschen behelfen“, rät Rike Herkel, beratende Hebamme beim Deutschen Hebammenverband. Bei Nachthemden und Oberteilen darauf achten, dass sie sich zum Stillen leicht öffnen oder verschieben lassen. Wer nicht schon einige Stunden nach der Geburt nach Hause geht, wird in der Regel drei bis vier Tage bleiben. Kommt das Baby per Kaiserschnitt zur Welt, dauert der Aufenthalt fünf bis sieben Tage.

Neben Kosmetika, Zahnbürste und Haarbürste werden auch Stilleinlagen für die Zeit nach der Geburt benötigt. Vorsicht mit Deos: „Das Baby sollte sich erst einmal an den echten Körpergeruch der Mutter gewöhnen können“, sagt Herkel. Kosmetikprodukte sollten in Rücksichtnahme auf das Neugeborene möglichst parfümfrei sein. Handy, Ladekabel und gegebenenfalls eine Fotokamera für die ersten Fotos nicht vergessen! Falls Sie im Mehrbettzimmer untergebracht sind, können Ohrstöpsel hilfreich sein.

Was für die Geburt benötigt wird

Als Kleidung für die Geburt eignet sich zum Beispiel ein weites T-shirt, das anschließend nicht mehr benötigt wird. Es sollte aber lang genug sein, um das Becken zu bedecken. Auch ein kurzes, bequemes Nachthemd aus hautfreundlichem Material kommt infrage. Ein Haargummi für lange Haare ist nützlich. Ebenso wie: „Warme Socken“, rät Hebamme Rike Herkel. Viele Frauen bekommen während der Geburt kalte Füße. Ein Stillkissen kann nicht nur zum Stillen im Wochenbett benötigt werden, sondern auch bei der Geburt helfen, angenehmer zu liegen. Häufig ist in der Klinik eins vorhanden. Weil eine Geburt lang dauern kann und kräftezehrend ist, machen energiereiche Snacks wie Bananen und Müsliriegel Sinn. Auch Traubenzucker für den Energiekick zwischendurch können hilfreich sein. Wer gerne anderes als Wasser trinken möchte, sollte auch daran denken. Auch die Begleitperson kann Proviant sicher gut gebrauchen.

Musik zum Entspannen

Musik kann entspannen, gerade in der Eröffnungsphase. Stellen Sie sich vorher eine Playlist mit ihren Lieblingsliedern zusammen. Vielleicht möchten Sie aber auch lieber Entspannungsmusik hören. Wer vor der Geburt Achtsamkeitstraining geübt hat, hat möglicherweise eine entsprechende Anleitung, der er folgen kann. „Bei Yoga und Achtsamkeitsübungen können Schwangere lernen, den Kopf auszuschalten, was bei Schmerzen während der Geburt hilfreich sein kann.“, sagt Herkel. Am besten nehmen Sie auch Kopfhörer mit.

Wer sich in Wartezeiten ablenken möchte, kann das mit Büchern oder Zeitschriften tun. Handys sind nicht in allen Kreißsälen erlaubt, also am besten mit dem Personal absprechen. „Ich wäre im Kreißsaal mit dem Kontakt zur Außenwelt zurückhaltend“, rät Hebamme Rike Herkel. „Das kann einen aus dem Moment reißen. Und wenn das Baby da ist, merkt es, wenn die Mutter die Augen nicht nur auf ihm hat.“

Was tut gut unter der Geburt?

Wer möchte, kann nach Absprache mit der Hebamme gegen die Schmerzen während der Geburt auch ein TENS mitnehmen. Das Elektrostimulationsgerät soll die Weiterleitung von Schmerzimpulsen verhindern. In Deutschland werden TENS-Geräte noch selten verwendet, in anderen Ländern wie Großbritannien kommen sie dagegen häufiger zum Einsatz. Die meisten Kliniken haben sie jedoch nicht vor Ort, sodass die Schwangere es sich vorher kaufen oder ausleihen muss. Wunder sollte man davon jedoch nicht erwarten. Was sonst hilft? „Am wichtigsten ist eine vertraute, unterstützende Person“, sagt Rike Herkel. „Gerne jemanden, an dem man herumturnen kann.“ Auch ein Handschmeichler kann Kraft spenden. Das kann etwas Vertrautes wie ein Stofftier sein. Und: „Viel Geduld mitbringen.“

Schwangere Frau packt Babysachen in die Kliniktasche

Was braucht das Baby?

Zunächst gibt es alles, was das Baby braucht, in der Klinik. Auch die erste Kleidung wird vom Krankenhaus gestellt. Dennoch können Sie natürlich auch eine Erstausstattung von zu Hause mitbringen. Vielleicht soll es ja ein ganz besonderer Strampler für die Fotos sein, die der Fotograf noch in der Klinik macht. Auch für den Heimweg muss natürlich an Kleidung gedacht werden – möglichst in der richtigen Größe. Bei Neugeborenen ist das meist Größe 56 oder 62. Je nach Wetter sollten ein Mützchen und eine Jacke dabei sein. Im Winter wärmt eine Decke zusätzlich. Falls Sie den Weg von der Klinik nach Hause zu Fuß zurücklegen können, brauchen Sie einen Kinderwagen oder ein Tragetuch. Für das Auto ist eine Babyschale nötig.

Das gibt es in der Regel in der Klinik

Nach der Entbindung werden Sie vermutlich Binden benötigen. Die gibt es jedoch ebenso wie Windeln und Feuchttücher für das Neugeborene in der Klinik. Auch Fläschchen und Säuglingsnahrung für den Fall, dass Sie nicht stillen, hat das Krankenhaus da. Eine Milchpumpe und Stillkissen gibt es in der Regel ebenfalls vor Ort. Auch die erste Kleidung für das Neugeborene ist in vielen Größen vorhanden.

Checkliste zum Download

Damit Sie die wichtigsten Dinge auf gar keinen Fall vergessen, haben wir für Sie eine Checkliste erstellt. Hier einfach herunterladen.

 

 

Quellen:

www.hebammenblog.de

https://familie.one/geburt/kliniktasche/

https://www.familienplanung.de/fileadmin/user_upload/familienplanung.de/Checklisten/fampl_Checkliste-Kliniktasche.pdf