Vorbereitung eines Krankenhausaufenthalts

Bestens gewappnet für den Krankenhausaufenthalt – eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Wussten Sie, dass fast jeder vierte Bundesbürger mehrere Tage pro Jahr im Krankenhaus verbringt? Laut Statistischem Bundesamt wurden 2016 mehr als 19,5 Millionen Patienten stationär behandelt. Und die Zahl der Behandlungsfälle steigt. Dabei geht es nicht etwa nach wenigen Tagen, sondern durchschnittlich erst nach einer Woche zurück nach Hause.

Wenn Sie wegen eines Notfalls in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ist eine Vorbereitung natürlich nicht möglich. Aber es gibt auch Krankenhausaufenthalte, die geplant werden können. Wenn Ihnen zum Beispiel ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt werden soll, können Sie solch einen Eingriff im Normalfall vorbereiten. Wir möchten aufzeigen, warum eine gute Vorbereitung so wichtig ist und was auf Sie zukommt. Im Folgenden haben wir einige Tipps und eine praktische Checkliste für Ihren Krankenhausaufenthalt zusammengestellt.

Das sollten Sie vor dem Aufenthalt klären

Die Tasche packen und die Abwesenheit regeln – ist das alles? Ein wenig mehr zu klären gibt es schon, und zwar bereits im Vorfeld. Hierzu zählt neben allem Organisatorischen übrigens auch die mentale Vorbereitung. Denn schließlich gehört die Klinik zum Glück nur für Pflegepersonal und Ärzte zum Alltag. Aber zunächst zurück zum Organisatorischen:

Die Qual der Wahl: Welches Krankenhaus ist das richtige?

Jeder Patient darf selbst entscheiden, wo er stationär behandelt oder operiert wird. Doch welche Informationen sind überhaupt wichtig, um die richtige Wahl treffen zu können? Woher wissen Sie, wie kompetent eine Ärztin oder ein Arzt ist?

  • Die Anzahl der jährlich durchgeführten Operationen in einem Krankenhaus steht in bestimmten Bereichen (z.B. Knie-Prothesen) für die Erfahrung und auch für die medizinische Qualität der Ärzte (siehe Mindestzahlen des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA).   
  • Hausärzte sprechen Empfehlungen aus.
  • Krankenkassen haben eigene Kompetenzzentren und Kontakte.  
  • Patientenverbände und Klinik-Checks bieten umfangreiche Informationen.
  • Verwandte und Freunde können persönliche Tipps geben.

Vorab-Gespräch mit dem Arzt führen

Eine Operation (OP) und ein damit verbundener Krankenhausaufenthalt ist kein Termin, der für große Freude, sondern verständlicherweise meist für Ängste und Unsicherheit sorgt. Wie läuft der Eingriff genau ab? Was passiert bei einer Narkose? Kann es zu Nebenwirkungen oder Komplikationen kommen? Der operierende Mediziner wird diese und weitere wichtige Fragen in einem ersten Gespräch mit Ihnen klären. Auch über Nachsorge und Reha wird gesprochen.

Sie sind aufgeregt und befürchten, das Wichtigste wieder zu vergessen? Ein Tipp: Nehmen Sie eine Vertrauensperson Ihrer Wahl zum Vorab-Gespräch mit. Schreiben Sie sich am besten alle Fragen im Vorfeld auf, die Sie stellen möchten. So gehen Sie sehr gut vorbereitet in das Gespräch und sorgen dafür, dass die Angst vor der OP kleiner wird. Klären Sie Ihre Fragen hinsichtlich der Vor- und Nachsorge. Besprechen Sie aber auch von Ihnen gewünschte Zusatzleistungen (Einzelzimmer, Chefarztbehandlung etc.).

Prüfen Sie den Umfang Ihrer Krankenversicherung

Niemand mag Bürokratie, aber vor einem Krankenhausaufenthalt ist sie leider nicht vermeidbar. Dazu gehört auch, den eigenen Versicherungsumfang abzuklären. Haben Sie Anspruch auf eine Chefarztbehandlung? Müssen Sie für ein Einzelzimmer einen Zuschlag bezahlen? Sind Sie in Ihrer Klinikwahl eingeschränkt? Prüfen Sie diese Aspekte immer auch vor dem Hintergrund Ihrer eigenen Bedürfnisse: Bevorzugen Sie die Gesellschaft anderer in einem Mehrbettzimmer oder die Ruhe und Privatsphäre in einem Einzelzimmer? Gegebenenfalls ist in dieser Situation eine private Zusatzversicherung sinnvoll.

Vorkehrungen für die Zeit danach

Schon vor dem eigentlichen Krankenhausaufenthalt sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt klären, zu welcher Art der Rehabilitation aus medizinischer Sicht geraten wird. Ist beispielsweise eine stationäre Reha im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt zu empfehlen oder in Ihrem Fall sogar dringend notwendig? Sowohl bei ambulanten als auch bei stationären Reha-Maßnahmen ist es zudem erforderlich, sich über die Angebote Ihrer zuständigen Krankenkasse zu informieren. Sowohl gesetzliche als auch private Kassen pflegen hier eigene Kooperationen mit Reha-Einrichtungen, jedoch unterscheiden sich die jeweiligen Leistungen, die von den Versicherungen übernommen werden. Planen Sie also nach Möglichkeit frühzeitig, um einen nahtlosen Übergang zwischen Krankenhausaufenthalt und der jeweiligen Reha-Maßnahme zu gewährleisten.

Eine stationäre Reha hilft Ihnen nach einer OP, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Patientenverfügung regeln

Dieser vielleicht unangenehmen Frage sollten Sie nicht aus dem Weg gehen: Wie halten Sie es mit Ihrer Patientenverfügung? Ein anstehender Krankenhausaufenthalt ist ein sinnvoller Anlass zu überlegen, welche medizinischen Eingriffe und lebensverlängernden Maßnahmen Sie für sich selbst wünschen und welche nicht. Für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sein sollten, Ihren Willen zu äußern, klärt eine Patientenverfügung rechtlich bindend, welche Untersuchungen, Heilbehandlungen und ärztlichen Eingriffe vorgenommen werden dürfen. Wichtig hier: Durch eine klare Regelung schaffen Sie für den Fall der Fälle auch Entlastung für Ihre Angehörigen, die in einer solchen Situation ohnehin mit einer großen Belastung klarkommen müssen. Hilfreiche Vorlagen und weitere Informationen finden Sie hierzu zum Beispiel auf den Seiten der Bundesärztekammer.

Die Abwesenheit von zu Hause organisieren

Wer kümmert sich um die Kinder, wenn ich im Krankenhaus bin? Wer füttert unseren Hund und geht mit ihm Gassi? Wer pflegt Pflanzen, Haus oder Wohnung? Sicherlich empfinden Sie einen großen Verantwortungsdruck, wenn ein Klinikaufenthalt bevorsteht. Doch wer im Vorfeld alles Wichtige regelt, kann sich voll und ganz auf seine Behandlung und die anschließende Genesung konzentrieren.

Übrigens: Die gerade genannten Punkte sind offensichtlich und stehen eigentlich automatisch auf jeder Liste als zu erledigende Aufgaben. Häufig vergessen werden hingegen Rechnungen, die Sie während Ihres Aufenthalts bezahlen müssten. Was auch nicht verwunderlich ist: Eine Rechnung ist für die meisten Menschen erst dann relevant, wenn sie im Briefkasten liegt. Prüfen Sie deshalb, ob in der Zeit Ihres Krankenhausaufenthalts wichtige Rechnungen beglichen werden müssen. Je nach persönlicher Situation kann es also notwendig sein, eine Vertrauensperson mit der entsprechenden Bankvollmacht auszustatten.

Das muss in die Krankenhaustasche

Im Vorgespräch erfahren Sie meist, wie lange Sie nach einem Eingriff in der Klinik bleiben werden. Letztlich hängt die tatsächliche Dauer von der Schnelligkeit der Heilung ab. Daher ist es immer hilfreich, bei Kleidung und Verbrauchsutensilien einen etwas längeren Aufenthalt einzuplanen, als im Vorgespräch erwähnt. Wenn Sie schneller wieder zu Hause sind – umso besser. Die durchschnittliche Verweildauer in einer Klinik liegt heutzutage laut Statistiken übrigens bei knapp einer Woche. Standards wie Zahnbürste und Zahnpasta sowie die richtige Kleidung dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Aber auch wichtige Unterlagen sollten immer griffbereit sein. Packen Sie für Ihre Zeit im Krankenhaus am besten eine kleine Reise- oder Sporttasche. Für werdende Mütter, die sich auf ihre Geburt vorbereiten, sind einige zusätzliche Dinge wichtig. Unsere Packliste geht daher auf allgemeine Utensilien ein – aber auch auf die Besonderheiten für werdende Mütter.

Um beim Packen der Tasche nichts zu vergessen, finden Sie am Ende des Artikels eine Checkliste mit den wichtigsten Inhalten, darunter ist auch ein Abschnitt für werdende Mütter.

Was kostet ein Krankenhausaufenthalt?

Jeder Tag im Krankenhaus kostet – je nach Art der Unterbringung und Versorgung – mehrere hundert Euro. Zusammen mit einer OP kommen auf diese Weise schnell mehr als 5.000 Euro an Gesamtkosten zusammen. Komplizierte OPs können auch 100.000 Euro und mehr kosten. Deshalb sollten Sie vor Ihrem Eingriff unbedingt abklären, welche Kosten Ihre Krankenkasse übernimmt und welche Leistungen Ihnen zustehen.

Gesetzlich Krankenversicherte

Grundsätzlich gilt: Die gesetzliche Krankenkasse deckt alle notwendigen Kosten rund um einen Klinikaufenthalt ab – unter der Bedingung, dass der stationäre Aufenthalt unumgänglich und eine ambulante Behandlung nicht möglich ist. Allerdings fallen Zuzahlungen an, die Sie selbst tragen müssen. So kostet ein stationärer Klinikaufenthalt ab dem 18. Lebensjahr zehn Euro pro Tag (gilt für max. 28 Tage). Auch wenn Sie besondere Zusatzleistungen wünschen, fallen weitere Zuzahlungen an, so zum Beispiel für die Behandlung durch den Chefarzt, die Unterbringung in einem Einzel- oder Doppelzimmer oder auch nur einen WLAN-Service. Eine nicht zu vernachlässigende Belastung tritt zusätzlich auf, wenn die Lohnfortzahlung Ihres Arbeitgebers endet (üblicherweise nach 6 Wochen) und durch das Krankengeld Ihrer GKV abgelöst wird. So beträgt dieses nämlich 70 Prozent des regelmäßigen Brutto-Lohn-Einkommens, mit einer Deckelung auf maximal 90 Prozent des Netto-Lohn-Einkommens und 101,50 Euro täglich (für 2017). Bei längerer Dauer der Arbeitsunfähigkeit können dadurch nicht unerhebliche Einbußen entstehen.

Privat Zusatzversicherte

Gegen alle genannten Zusatzkosten und Einkommensausfälle können sich gesetzlich Krankenversicherte durch Abschluss einer entsprechenden privaten Zusatzversicherung absichern. Abhängig von den gewünschten Leistungen und dem gewählten Tarif zahlt die private Zusatzversicherung dann zum Beispiel ein Krankenhaustagegeld in Höhe eines bei Versicherungsabschluss gewählten Satzes, um die Verdienst-Einbußen zu kompensieren. Auch die Kosten für gewählte Zusatzleistungen im Krankenhaus werden von entsprechenden Tarifen der Zusatzversicherung übernommen.

Privat Krankenversicherte

Privat Versicherte tragen die Behandlungskosten in der Regel zunächst selbst und lassen sie sich später durch die Krankenversicherung erstatten. Bei hohen OP-Kosten wird dieses Prinzip jedoch häufig ausgesetzt und die Versicherung rechnet direkt mit den Krankenhäusern ab. Doch auch hier gilt: Klären Sie die Kostenfrage am besten immer vorher. So vermeiden Sie unschöne Überraschungen nach Ihrem Aufenthalt. Für privat Krankenversicherte wichtig: Ein Krankengeld wie bei gesetzlich Krankenversicherten ist nicht automatisch Teil der Versicherung. Es muss separat als Krankentagegeld-Versicherung abgeschlossen werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Informieren
    Suchen Sie nach einem geeigneten Krankenhaus und lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau über den Eingriff und den Aufenthalt aufklären.
  • Prüfen
    Informieren Sie sich über Ihren Versicherungsumfang und klären Sie, welche Kosten Sie tragen müssen.
  • Planen
    Besprechen Sie mit Ihrem Arzt mögliche anschließende Reha-Maßnahmen.
  • Vorsorgen
    Halten Sie in einer Patientenverfügung fest, welche Eingriffe und Maßnahmen im Notfall in Ihrem Sinne vorgenommen werden dürfen.
  • Organisieren
    Sorgen Sie dafür, dass sich jemand zuverlässig um Ihre Kinder, Ihre Haustiere und Ihr Haus/Ihre Wohnung während Ihres Krankenhausaufenthalts kümmert. Regeln Sie Ihre Finanzen vorher.
  • Vorbereiten
    Packen Sie alles Notwendige für Ihren Aufenthalt in eine kleine Tasche.

Während des Krankenhausaufenthalts: Alle wichtigen Fragen zu Besuchen und Beschäftigung

  • Darf ich mein Handy im Krankenhaus nutzen?

Die Zeichen unserer Zeit: Jeder hat ein Smartphone und möchte es – sobald der Gesundheitszustand es zulässt – auch wieder nutzen. Aber Achtung: Ob, wo und wann Sie Ihr Handy in Kliniken nutzen können, wird von Krankenhaus zu Krankenhaus und von Station zu Station anders gehandhabt. Fragen Sie also zuerst, ob es zur Nutzung von Handys eine spezielle Regelung in Ihrem Krankenhaus gibt. Plus: Ihre Mitpatienten werden es Ihnen danken, wenn Sie auch an sie denken und vor dem Telefonat freundlich nachfragen, ob sich jemand gestört fühlt.

  • Gibt es WLAN im Krankenhaus?

Grundsätzlich ist der Mobilfunkempfang in Krankenhäusern häufig schlecht. Mittlerweile haben viele Krankenhäuser jedoch eine WLAN-Verbindung. Manchmal wird diese kostenfrei angeboten, manchmal ist sie nur gegen ein Entgelt für Patienten verfügbar.

  • Darf ich Besuch empfangen und gibt es spezielle Besuchszeiten?

Besuch ist immer gern gesehen. Aber wann und wie oft darf Besuch kommen? Das hängt in der Klinik immer von der jeweiligen Station und von Ihrem Gesundheitszustand ab. Fragen Sie einfach direkt bei der Stationsleitung nach den offiziellen Besuchszeiten. Bei Geburten wird übrigens häufig eine Ausnahme gemacht.

Tipp für Besucher: In den meisten Kliniken bieten sich die Vormittagsstunden zwischen 10 Uhr und 12 Uhr oder die Nachmittagsstunden zwischen 15 Uhr und 17 Uhr für einen Besuch an.

Nachsorge, Reha und Co. – das ist jetzt wichtig

Sie haben es geschafft und der Krankenhausaufenthalt liegt hinter Ihnen – jetzt ist es wichtig, dass Sie sich voll und ganz auf Ihre Genesung konzentrieren. Dazu gehören in erster Linie eine gründliche Nachsorge sowie eventuell eine Reha. Sollten Beschwerden auftreten, ist ein Arztbesuch Pflicht.

Um mögliche Komplikationen nach der OP zu vermeiden, sollten Sie unbedingt die Regelungen einhalten, die Ihnen von Ihrem behandelnden Arzt im Krankenhaus mitgegeben wurden.

Checkliste: Die optimale Vorbereitung für den Krankenhausaufenthalt

Um auf Ihren Krankenhausaufenthalt bestmöglich vorbereitet zu sein, finden Sie an dieser Stelle eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten und hilfreichen Tipps: