Backpacking in Indien: Die besten Tipps, um in Indien gesund zu bleiben

Anne vom Blog reisefroh.de

Indien ist eine Welt der Kontraste und eines der faszinierendsten Länder überhaupt. Aber die hygienischen Standards liegen weit unter denen in Deutschland. Deshalb kann es zu einer echten Herausforderung werden, während einer Indienreise gesund zu bleiben. Reisedurchfall ist unter Besuchern sogar so weit verbreitet, dass er einen eigenen Namen bekommen hat: Delhi Belly.

Dabei ist das Risiko, daran zu erkranken, in den ersten sieben Tagen besonders hoch, weshalb gerade zu Beginn einer Reise Vorsicht geboten ist. Erfahrt hier unsere besten Tipps, um den Delhi Belly sowie andere gesundheitliche Risiken in Indien zu minimieren.

Trinkt kein Leitungswasser

In exotischen Ländern kein Leitungswasser zu trinken, ist eine altbekannte Regel, die auch in Indien unbedingt befolgt werden sollte. Konkret bedeutet das: Benutzt das Leitungswasser auch nicht zum Zähneputzen, nippt nicht versehentlich am Duschwasser und vermeidet Eiswürfel in Getränken.

Getränke in Originalverpackungen, verschweißten Plastikflaschen und Dosen sind normalerweise sicher. Auch Tee und Kaffee könnt ihr bedenkenlos trinken, da das Wasser in der Regel vorher gekocht wurde.

Kochen, schälen oder bleiben lassen

Obst und Gemüse werden oft mit verunreinigtem Leitungswasser gewaschen und können so indirekt Krankheitserreger übertragen. Wurde das Essen hingegen (frisch) gekocht oder wurden Obst und Gemüse geschält, steht einem genussvollen Verzehr nichts im Weg.

Eine Ausnahme können hier Restaurants oder Hotels mit einem sehr hohen Standard sein, die auf die westlichen Bedürfnisse und Gewohnheiten eingestellt sind. Dort wird meist mit gefiltertem Wasser gearbeitet. Solche Unterkünfte findet ihr am ehesten in touristischen Gegenden und großen Städten.

Esst dort, wo auch die Inder essen

Um zu wissen, wo ihr in Indien bedenkenlos essen könnt, haben wir einen ganz einfachen Tipp: Schaut nicht auf die Speisekarte, nicht auf die Dekoration und nicht auf den Preis. Haltet einfach Ausschau nach Lokalen, in denen die Einheimischen essen. Ist ein Restaurant voll mit Indern, ist das der beste Qualitätsfaktor überhaupt und ein sicheres Zeichen für exzellentes und wohlbekömmliches indisches Essen.

Am größten ist das gesundheitliche Risiko bei klassischem Streetfood. Hier ist unser Rat: Lasst lieber die Finger davon. Denn das Essen liegt oft tagelang in der Sonne. Aber auch bei der Bestellung von westlichem Essen ist Vorsicht geboten. Da dieses nicht so häufig verkauft wird, besteht die Gefahr, dass die Zutaten schon lange auf Vorrat liegen.

Achtet auf einen guten Mückenschutz

Mückenstiche sind nicht nur sehr unangenehm, sondern sie können auch Auslöser gefährlicher Krankheiten sein. In Indien besteht ganzjährig und landesweit ein hohes Malaria-Infektionsrisiko. Ausgenommen sind Höhenlagen von über 2.000 Metern, diese gelten als Malaria-frei. Ganz besonders groß ist das Übertragungsrisiko während und kurz nach der Regenzeit zwischen Mai und Oktober.

Bei der Hälfte aller in Indien erfassten Malariafälle handelt es sich um die gefährliche Malaria tropica, die aber bei rechtzeitiger Diagnose meist zuverlässig behandelt werden kann und ohne Folgeschäden verläuft. Daher sind insbesondere die ersten Anzeichen (Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen etc.) ernst zu nehmen. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen empfehlen wir, dringend einen Arzt aufzusuchen.

Andere Krankheiten, die in Indien über Mückenstiche übertragen werden können, sind Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber und Japanische Enzephalitis.

Da es weder gegen Malaria noch gegen Dengue-Fieber eine Impfung gibt, ist ein guter Schutz vor Mückenstichen (Expositionsprophylaxe) die beste Vorbeugung:

  • Tragt lange, helle Kleidung.
  • Verwendet ein zuverlässiges Mückenschutzspray.
  • Schlaft nachts unter einem Moskitonetz oder in einem vor Stechmücken geschützten Raum.

Wascht regelmäßig die Hände

Ein Blick auf einen dreckigen Hundert-Rupien-Schein ist ein Alarmsignal dafür, warum Händewaschen in Indien besonders wichtig ist – und wahrscheinlich Motivation genug, um die Hände regelmäßig zu desinfizieren. Das Problem ist nämlich, dass die Hände und Finger überall und immer mit Keimen in Kontakt kommen und diese auf alles übertragen werden, was angefasst wird. Das können entweder ein auffällig schmutziger Geldschein sein, der Griff einer Tür oder auch die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder der Augen. Regelmäßiges Händewaschen ist daher Infektionsprävention Nummer eins!

Um alle Keime abzutöten, solltet ihr die Hände etwa 20 bis 30 Sekunden unter fließendem Wasser und mit Seife gründlich waschen. Gibt es keine Seife, empfehlen wir zusätzlich die Verwendung eines Handdesinfektionssprays. Und falls es unterwegs weder das eine noch das andere gibt, dann solltet ihr zumindest versuchen, nicht euer Gesicht zu berühren und erst recht Speisen nicht mit der Hand zu essen.

Achtung: Linksverkehr!

Auf den ersten Blick ist nicht immer erkennbar, auf welcher Seite die Autos, Fahrradfahrer, Ochsenkarren, Rikscha-Fahrer und Mopeds fahren. Denn auf den Straßen Indiens herrscht Chaos pur. Vorfahrt hat der, der am lautesten hupt, und die Hupen, so scheint es, sind in Indien ganz besonders laut.

Bürgersteige oder gar Zebrastreifen und Fußgängerampeln gibt es nur selten und das Überqueren einer Straße kann eine echte Herausforderung werden. Offiziell herrscht in Indien zwar Linksverkehr, aber wir empfehlen dennoch, in alle Richtungen zu schauen!

Genießt eure Reise nach „Incredible India“

Und zu guter Letzt bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass Indien trotz des erhöhten gesundheitlichen Risikos eine Reise wert ist. Seid vorsichtig, hört auf euren gesunden Menschenverstand, habt aber keine Angst. Indien zählt mit Sicherheit zu den spannendsten Ländern dieser Welt. Taucht ein in die Welt der Kontraste und erlebt Indien in all seiner Vielfalt. Es lohnt sich!